Falls Ihr auf den Geschmack gekommen seid, hier ein paar Tipps

Kauftipps

Die 340er und 360er Modelle von Volvo sind sehr solide Fahrzeuge. Hier ist die gute alte Volvo-Qualität noch zu spüren. Frühe 300er vor der ersten Modellpflege (vor 1979) sind sehr selten und sollen hier nicht berücksichtigt werden. Echte Schwächen hat die 300er Reihe keine. Automatikfahrzeuge sind nur bedingt empfehlenswert. Ich kenne mitlerweile genügend Leute die sich von ihren 300er Variomatik nach kurzer Zeit getrennt haben, weil sie mit der Technik nicht klar gekommen sind und heufig teure reparaturen hätten.  Garagenfahrzeuge aus erster Hand, oft Rentnerautos, sind noch relativ oft zu unglaublich günstigen Preisen zu haben. Zahlreiche Exemplare mit wenig Kilometern auf der Uhr werden meist von rüstigen Omis über nur kurze Strecken bewegt und haben meist Atomatik. Für ein Topexemplar sollten nicht mehr als 1500 EUR gezahlt werden. Für einen durchschnittlichen Wagen mit ca. 1 Jahr TÜV ca. 500 EUR. Es gab zahlreiche Sondermodelle, die meist farblich besonders reizfoll und besser als die Basismodelle ausgestattet sind. Preislich macht sich das nicht bemerkbar, es sei denn es handelt sich um ein Fahrzeug der R-Sport-Serie. Die R-Sport-Serie wurde nur in geringen Stückzahlen aufgelegt und die meisten Fahrzeuge wurden verheizt.

Bei einem Kauf sollten die Unterhaltskosten berücksichtigt werden. Die frühen Modelle haben keinen Katalysator. Da winkt einem,  insbesondere beim Diesel,  eine saftige Steuer. Damit haben viele Youngtimer zu kämpfen (Für einen 1,4 Ltr Benzinmotor sind 355.- EUR Steuern fällig). Wenn es sich allerdings um einen soliden Wagen handelt, bei dem mit wenig Reparaturen und Werkstattaufenthalten zu rechnen ist, lässt es sich auch mit einer hohen Steuer gut leben. Die Modelle ohne Katalysator haben noch einen weiteren Nachteil: Sie sollen mit verbleitem Superkraftstoff betrieben werden. Da es keinen verbleiten Kraftstoff mehr an den Tankstellen gibt, besteht die Möglichkeit Bleizusätze (Additive) dem Benzin beizumischen. Nach Meinung vieler Experten ist dies nach ca. 70 tkm nicht mehr notwendig, da sich nach dieser Laufzeit genügend Bleirückstände an den Ventilen befinden. Der Benzinverbrauch liegt bei normaler Fahrweise bei dem 1,4 Ltr-Motor etwa bei 8 Litern Super auf 100 Kilometer. Der Diesel kann mit weniger als 7 Litern bewegt werden. Die 2,0 Ltr-Einspritzmotoren brauchen zwischen 8,5 Litern und bis zu 11 Litern - je nach Fahrweise. Dafür brennt dann aber auch die Straße! Automatikfahrzeuge brauchen mehr. Der 1,4 Ltr-Motor mit Automatik kann mit 9 Litern bewegt werden, vorausgesetzt der Riemen des CVT-Getriebes ist richtig eingestellt. Ist der Riemen nicht richtig eingestellt, dreht der Motor höher, besonders bei nasser Fahrbahn. Bei 50 km/h sollte der Motor dann nur knapp über 1000 U/min machen. Die Einstellarbeiten kosten bei eine Volvowerkstatt ca. 35 Euro. Sind die Membranen kaputt, bleibt die Übersetzung ebenfalls niedrieg, aber der Motor dreht hoch. Des weiteren wäre das Alter der Riemen interessant. Sie haben ein Wechselintervall von 30 tkm und sind nicht ganz billig.

Die Rostvorsorge ist dank Tauchbadgrundierung und einer Hohlraumkonservierung gut. Allerdings ist die Hohlraumkonservierung von schwankender Qualität. Die Rostvorsorge wurde im Laufe der Pruduktion kontinuierlich verbessert. Rost ist normalerweise nicht das zentrale Thema. Besonder Vorsicht ist bei Unfallwägen geboten, besonders dann wenn sie nicht profesionell repariert wurden. Daher alle Spaltmaße kontrollieren und auf farbliche Lackunterschiede achten. Dennoch gibt es besonders rostanfällige Stellen. Das gilt z.B. für die umgebördelten Kanten der Motorhaube, die Türen im unteren Bereich, Wagenheberaufnahme, Kotflügel vorne. Im Frontbereich kann es auch durch Steinschlag zu Roststellen kommen. (Auch die Scheibe auf Steinschlageinschläge kontrollieren!) Schweller können noch oben hin zu den Türen durchrosten, weil sich da bei der Tauchbadgrundierung eine Luftblase gebildet hat.

Die Technik ist Robust und bei normaler Pflege fast unverwüstlich. Schwedische Traktor-Qualität eben. Ein Kundendienst-Scheckheft gib Aufschluss über den Pflegezustand. Wann wurde das letzte Mal der Zahnriemen (Steuerriemen der Ventilsteuerung) gewechselt? (Die 1,4L Motoren haben einen Zahnradantrieb zur Ventilsteuerung, daher ist kein Zahriemenwechsel nötig.) Fehlt das Scheckheft oder ist es unvollständig, Finger weg. Ist der Innenraum unordentlich oder vermüllt, erst recht Finger weg. Dann hat der Besitzer meist auch kein Interesse an der üblichen Pflege des Wagens und das lässt Rückschlüsse auf den Gesamtzustand des Wagens zu. Der Ölmessstab sollte genügend Öl im Motor und nicht am Motor bzw. im Motorraum, signalisieren. Die Bremsflüssigkeit sollte in ausreichender Menge und in unverdrecktem Zustand vorhanden und möglichst nicht älter als 5 Jahre sein. Die Bremsen sollten nicht zu einer Seite ziehen, Bremsbeläge wie Bremsscheiben sollten genügend Profil aufweisen. Felgen und Reifen sollten für das Fahrzeug zugelassen sein.  Hinter der Größenbezeichnung eines Reifens befindet sich der Speedindex. Reifen mit dem Buchstaben P sind bis 150 km/h, Q bis 160km/h, R bis 170Km/h, S bis 180 km/h, T bis 190 km/h, H bis 210 km/h, und V bis 240 km/h zugelassen. Das Reifenprofil sollte die gesetzliche Mindestprofiltiefe von 1,6 mm oder besser mehr betragen. Außerdem sollte der Reifen nicht älter als 8 Jahre sein. Das Reifenalter lässt sich an der DOT-Nummer auf der Reifenflanke erkennen. Die ersten zwei Zahlen zeigen die Produktionswoche, die dritte und vierte das Jahr (alt drei Ziffern).

Ein Schwachpunkt bei den Vergasermotoren ist der Vergaser selbst. Volvo hat hierzu einige Rundschreiben an die Händler geschickt. Der schwere Luftfilterkasten sitzt direkt auf dem Vergaser. Bei dieser Konstruktion lockern sich oft die Schrauben zwischen Vergaser und Luftfilterkasten. Dann sitzt der Luftfilter nicht richtig und es kommt zu Motorlaufproblemen, da Falschluft angezogen wird. Wenn beim Starten das Gaspeadal und im Winter der Choke mit Gefühl betätigt wird, ist der Vergaser nicht von Nachteil. Ein Kontrollämpchen weist sogar daruf hin, dass der Choke geszogen ist.

Alle elektrischen Verbraucher überprüfen (Licht, Hupe, Scheibenwischer,...). Speziell Scheibenwischerwasserpumpe und Heizungsgebläse überprüfen (oft funktioniert es nicht, oder es geht nur Stufe 4!), Insbesonder die Kontakte an den Rückleuchten sind anfällig.

Dämpfer der Heckklappe kontrollieren. Die Haltewirkung lässt mit den Jahren nach und jeder der die Heckklappe mal im Kreuz zu spüren bekommen hat, weiß wie unangenhm das ist.

Auch wenn hier viele Probleme beschrieben werden, soll das nicht heißen, dass der 300er besonders anfällig ist, ganz im Gegenteil. Es soll hier nür möglichst umfassend Tipps zum Kauf gegebn werden! Mit dieser Kaufberatung möchte ich allen Interessierten Tipps zum Kauf geben, keine Gewähr auf Richtigkeit und Vollständigkeit!

Wenn die Prüfung positiv ausgefallen ist, heißt es zuschlagen!

 


   

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